Miteinander für Europa – mehr als ein Weihnachtswunsch?
Am letzten Einkaufssamstag vor Weihnachten (19. Dezember 2009) war für 27 christliche Bewegungen und Gemeinschaften ein Alternativprogramm angesagt: gemeinsam Verantwortung für ein Europa mit christlichen Werten übernehmen! Über 100 Vertreter der Bewegungen verschiedener Kirchen, Katholiken, Evangelische und Evangelikale versuchten gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Die Fragen „Was verbindet uns?“ und „Was macht uns skeptisch in Bezug auf Zusammenarbeit?“ diskutierten sie im Seminarzentrum „Am Spiegeln“ der Fokolar-Bewegung in Wien.
Damit der gemeinsame Wille als christliche Bewegungen einen Beitrag für Europa zu leisten nicht abstrakt bleibt, stand der Vertreter der „KEK“ – Konferenz europäischer Kirchen in Brüssel, Dr. Dieter Heidtmann den Teilnehmern Rede und Antwort. Der ebenfalls eingeladene Referent der Österreichischen Bischofskonferenz in Brüssel, Dr. Michael Kuhn, blieb im dortigen Schneechaos stecken.
Dr. Heidtmann sieht „ein riesengroßes Feld der Mitgestaltung“. Er konkretisierte für die überraschten Zuhörer: „Brüssel ist wie ein Trichter!“ – das was von den Kirchen und Bewegungen aus den Ländern hineinkommt wird von den Vertretern der Kirchen, in kollegialer Zusammenarbeit über Konfessionsgrenzen hinweg, zum richtigen Zeitpunkt zu den richtigen Beamten und Gremien eingespeist. Allerdings: „Wir können nur das weitergeben, was wirklich lebt!“ – Dr. Heidtmann fordert christliche Lebenserfahrung und erprobte christliche Konzepte in den Trichter einzuspeisen. „Wenn nicht Leben hinter unseren Forderungen steht, verlieren wir Glaubwürdigkeit.“
Eine Jugendband brachte Stimmung in den Saal, durch Musik und durch Statements, z.B. von Barbara: „Die vielen Menschen hier geben Kraft!“.
Das ökumenische „Miteinander“ hat in Österreich lange Tradition. In der Einleitung zeichneten Vertreter von ökumenischen Institutionen und Initiativen den Werdegang des „Miteinander“ nach: Evangelische Allianz im 19.Jh, ÖRKÖ 1948 (ökumenischer Rat der Kirchen Österreichs), Runder Tisch (1997), Petersplatz Pfingsten 1998 – Papst Johannes Paul II ermutigt die Bewegungen zu engagierter Mitarbeit in der Kirche, Stuttgart 2004 und 2007 – 230 christliche Bewegungen verpflichten sich gemeinsam Verantwortung für Europa zu übernehmen, die „7 „Ja“ von Stuttgart“ als gemeinsame Grundlage werden verabschiedet, schließlich im Jahr der EM die ökumenische Initiative „Christen am Ball“.
Ziel der Initiative „Miteinander für Europa“ ist es nicht eine Organisation zu bilden oder Versammlungen zu organisieren, sondern die Mitglieder der Bewegungen zu ermutigen in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen sich mit anderen Bewegungen, Pfarren, Organisationen zu vernetzen. Dies auf Grund der Sichtweise, dass nur alle Christen zusammen sich als gestaltende Kraft in der heutigen Zeit durchsetzen können.
Für die Vorbereitung dieses Begegnungstages hat sich ein Trägerkreis aus Vertretern von Charismatischer Erneuerung, Runder Tisch, ÖRKÖ, Kerygma Team, Schönstatt und Fokolare unter spontaner Mitarbeit vieler anderer gebildet. Die vorweihnachtliche Versammlung ersucht den Trägerkreis weitere Treffen zu organisieren und den Kreis der Bewegungen möglichst zu erweitern.
Zum Abschluss ein Statement einer Teilnehmerin aus Innsbruck, wo regelmäßig Begegnungen zwischen Bewegungen verschiedener Konfessionen stattfinden: „Die Vorbehalte sind da, und sie sind groß. Einander kennen lernen und miteinander reden – so entsteht Wertschätzung. Und diese Wertschätzung versuchen wir nach außen weiter zu geben“.
Eva und Erich Berger, im Namen des Trägerkreises „Miteinander für Europa“
www.together4europe.org
21. Dezember 2009
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