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Gegenseitige Liebe PDF Drucken
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Das Kennzeichen der Christen

Zuweilen geschieht es, Herr, daß uns mitten im eitlen und oberflächlichen Treiben auf den Straßen einer Stadt jemand auffällt, der sich von der allgemeinen Hektik und der Traurigkeit der Menschen abhebt: eine „Kleine Schwester Jesu" in ihrem schlichten Gewand. Wie ein Engel geht sie vorüber, ihre Erscheinung erinnert uns an das Ideal von Charles de Foucauld, der durch sein Leben das Evangelium laut in die Welt hinausgerufen hat. Sie weckt in uns den brennenden Wunsch, dich ebenso zu zeigen, dich laut zu verkünden ...

Doch wie können wir dich der Welt geben, dich „aussprechen", bezeugen und verkünden, wenn wir durch die Straßen gehen, wo wir uns doch kleiden wie alle anderen und mitten unter allen leben, wie Jesus und Maria zu ihrer Zeit? Woran sollen die Menschen dich erkennen?
Da steigt in unserem Herzen aufs neue die Antwort des Evangeliums auf, die Lösung, die du uns gibst: „Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt" (Joh 13,35). Das ist die „Tracht", die alle Christen anlegen können: alt und jung, Männer und Frauen, Verheiratete und Ehelose, Erwachsene und Kinder, Kranke und Gesunde. Sie alle können so durch ihr Leben überall und immer den verkünden, an den sie glauben und den sie lieben möchten.

Chiara Lubich
(aus dem Buch: "Alle sollen eins sein" - Geistliche Schriften, Verlag Neue Stadt, S. 275)