Newsletter




Benutzer

Kirche PDF Drucken
alt

Leidenschaftliche Liebe zur Kirche

Die Christen sollten von einer „leidenschaftlichen Liebe zur Kirche" (Paul VI.) erfüllt sein. Einer Liebe, die nicht nur empfunden, sondern auch praktiziert wird und die der ganzen Kirche gilt - so, wie sie ist, mit all ihren Werken und Ausprägungen: Frucht der zahlreichen Charismen, die der Heilige Geist ihr geschenkt hat und weiterhin schenkt. Diese Liebe führt zu einem tieferen Verstehen der Kirche, und das Verstehen weckt wiederum eine größere Liebe.

Was für die persönlichen Beziehungen gilt, sollte auch im großen gelten. Auf der persönlichen Ebene sind wir als Christen gerufen, zu lieben, einander kennenzulernen, uns in den anderen hineinzuversetzen, uns mit ihm „einszumachen" und die Gaben, die Gott uns schenkt, weiterzugeben. Entsprechend sollten wir auch die anderen Gemeinschaften und Werke der Kirche kennen-, schätzen und lieben lernen und den Austausch der Gaben fördern. Daraus könnte eine Zusammenarbeit erwachsen, und so könnten wir mit Herz und Verstand der Kirche, die wir leidenschaftlich lieben, dienen. Andernfalls wäre unsere Liebe ein bloßes Lippenbekenntnis; wir liefen Gefahr, uns zu isolieren und zu verschließen.
Auch die Liebe, die wir für den Papst empfinden, bleibt nur Gefühl und oberflächliche Begeisterung, solange wir nicht das mit ihm teilen, was ihm am Herzen liegt: das Leben der ganzen Kirche Gottes.

Chiara Lubich
(aus dem Buch: "Alles besiegt die Liebe" - Betrachtungen und Reflexionen, Verlag Neue Stadt, S. 47)