| Klaus Hemmerle |
| Klaus Hemmerle wurde am 3. April 1929 in Freiburg geboren. Er wurde 1952 zum Priester geweiht. Sechs Jahre später 1958 lernte er bei einem Sommertreffen in den Dolomiten, in Fierra di Primiero die Fokolar-Bewegung kennen, der er Zeit seines Lebens verbunden war. Schon bald nach seiner Bischofsweihe 1975 gab er den Anstoß für das erste Treffen von Bischöfen, die sich zu den Freunden der Fokolar-Bewegung zählten. Die 12 Teilnehmer kamen aus allen fünf Kontinenten.
Einige Jahre später gab Bischof Hemmerle Chiara Lubich den Anstoß die „Schule Abba“ zu gründen, die die Aufgabe hat, das Charisma der Einheit unter verschiedenen wissenschaftlichen Aspekten zu vertiefen. link zur Homepage Klaus Hemmerle |
| Begegnung |
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In einem Interview erzählt Bischof Klaus Hemmerle von seiner ersten Begegnung mit der Fokolar-Bewegung.
In jenem Jahr fand in Brüssel die EXPO statt, die Weltausstellung. Da sagten sich die Fokolare in ihrer unbekümmerten Art: „Aber eines haben sie in Brüssel vergessen. Die haben Gott nicht ‚ausgestellt‘. Das machen wir jetzt. Auf der Mariapoli stellen wir Gott aus. ‚Expo di Dio‘, Ausstellung Gottes, soll sie heißen.“ Dazu benötigten sie nicht eine langfristige Planung und raffinierte Mittel. Sie hatten sich einfach vorgenommen, durch ihr Leben Gott sichtbar werden zu lassen. Das ließ sich nicht planen. Aber weil sie Gott in ihrem Miteinander seit Jahren erfahren hatten, konnten sie riskieren, viele andere zur selben Gotteserfahrung einzuladen. Ich muss sagen: Die Rechnung ist aufgegangen – nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen. Zum ersten Mal habe ich da Gott wirklich erfahren. Die Herrschaft Gottes ist Gott selbst. Schon während meines Studiums hatte ich einen Anstoß in diese Richtung erhalten. Einer der Professoren hatte uns aufgeschlossen, was Jesus eigentlich meinte, als er die Herrschaft Gottes ankündigte. Damals war mir deutlich geworden: Die Herrschaft Gottes ist nicht ein Reich, das man räumlich abgrenzen kann, auch nicht ein System von Wahrheiten und Geboten, sondern das ist Gott selbst. Gott ist nicht mehr ferner Horizont oder oberstes Prinzip, sondern in Jesus ist er in die Mitte dieser Welt hineingesprungen. Mir war klar geworden, er will auch die Mitte meines Lebens sein, so dass es gilt, alles von ihm her zu sehen, immer von ihm her zu handeln. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Aber was sollte ich tun? Ich konnte diesen Gedanken in meinem Alltag nicht orten. Es fehlte mir die Brücke zwischen dem, was ich zutiefst ahnte, und dem, was mich ansonsten in Anspruch nahm. Hier auf der Mariapoli war auf einen Schlag diese Kluft geschlossen. Gott war einfach da. Er durchdrang unsere wechselseitigen Beziehungen. Unwiderstehlich wurde ich hineingerissen in dieses neue Leben. Ich erinnere mich, dass ich eines Nachts nicht schlafen konnte unter dem Eindruck dieser unmittelbaren Nähe Gottes. Ich dachte mir, auch die Jünger könnten Gott in der Begegnung mit Jesus nicht stärker erfahren haben." Hemmerle, Klaus: Unser Lebensraum – der dreifaltige Gott. Die Gotteserfahrung von Chiara Lubich, in: Das Prisma 6 (1994) S.17-23. |
| Gebete |
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Hoffnung "Die Hoffnung, aus der wir leben, muss sichtbar werden in der Weise, wie wir leben. Das Wort, das wir sagen, wird nur glaubhaft, wenn es dem Lichtstrahl gleicht, der nicht etwas Zusätzliches zur Lichtquelle, sondern ihr Da-sein ist." aus: Klaus Hemmerle, Gottes Zeit - unsere Zeit, Verlag Neue Stadt 1996
Morgengebet vor dem Spiegel "Wie oft schaut dieses soeben wieder zu sich selbst erwachte Ich mich fremd und bedrückend an. Wie wenig selbstverständlich ist es, dass ich jeden Morgen mich selbst "adoptiere". Wie groß sit die Gefahr, dass ich, mir meiner Grenzen bewusst, meine anstehende Überforderung wieder in Sicht, mich selber nicht mag! Wer werde ich heute wieder sein? In welcher der vielen Rollen und Positionen, die ich heute einnehme, soll ich wirklich mich selbst erkennen? Welches ist der "rote Faden", der die Bilder, in denen ich heute erscheine und mitspiele, in ihre Einheit, in ihren Bestand zusammenbindet? Vielleicht verdränge ich das, vielleicht lasse ich es gar nicht so weit kommen, dass mich dies alles anficht, aber ist es nicht doch im Untergrund da: Wer bin ich selbst? Wie kann ich von innen her "Ja", von innen her "Ich" zu mir selber sagen? Antwort: weil ein anderer sein erlösendes Ja und sein erlösendes Du zu mir sagt. Ja, mein Erlöser, ich glaube mich dir, ich nehme mich so an, wie du mich siehst, wie du mich liebst." aus: Klaus Hemmerle, Gerufen und verschenkt, S. 166, Verlag Neue Stadt 1986 |