vom Fußfassen vor mehr als 5 Jahrzehnten in Tirol und Wien, über persönliche Glaubenszeugnisse bis zum beeindruckenden aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Wirken der Fokolar-Bewegung gespannt.
In einem ersten Teil wurde wie ein Familienalbum aufgeschlagen, in denen die wichtigsten Etappen der Geschichte der Bewegung aufgezeigt wurden. Edith Schmidt, die erste österreichische Fokolarin, erzählte von einer Zugfahrt, die ihr Leben veränderte. Otto Pischof half als Jugendlicher mit, dass sich die Spiritualität der Einheit auch jenseits des Eisernen Vorhanges ausbreiten konnte. Als wichtigen Meilenstein wurde der Besuch Chiara Lubichs in Österreich 2001 in Erinnerung gerufen
– als sie im Stephansdom die Jugendlichen bei der Veranstaltung Rufzeichen für die Kunst des Liebens begeisterte, bei der österreichischen Bischofskonferenz zu Gast war, sowie beim Bürgermeisterkongress „1000 Städte für Europa“ eine programmatische Rede hielt. Den Miterbauern und Säulen der Bewegung in Österreich, die bereits in der „Himmlischen Mariapoli“ sind, wurde in Dankbarkeit gedacht.
Im Heute des Werkes ließen Vertreter der ständigen Mariapoli Giosi, die als Modellsiedlung rund um das Seminarzentrum Am Spiegeln entstanden ist, die Anwesenden an ihrem alltäglichen Zusammenleben in einer Atmosphäre der gegenseitigen Liebe teil haben. Reinhard Domig, Opfer eines brutalen Überfalls in seiner Postfiliale, gab ein beeindruckendes Zeugnis der Vergebung und die Familie des Werkes von Vorarlberg ein gelebtes Beispiel der Geschwisterlichkeit als eine der 60 Gemeinschaften vor Ort in Österreich.
Im Bereich des Dialogs engagieren sich die Mitglieder der Fokolar-Bewegung innerhalb der Kirche bzw. in der Ökumene, deren Projekt Miteinander für Europa erst kürzlich in Brüssel gemeinsam mit Vertretern anderer Bewegungen, Kirchen und Gemeinschaften Politikern mit einem Manifest vorgestellt wurde. Beginnend vom Mariapolizentrum Wien und von der Linzer Zentral-Moschee, dem beispielhaften Frauenfrühstück in Hall/Tirol, dem Flugfeldfest in Wr. Neustadt bis zur Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck in einem christlich-muslimischen Studientag, entwickelte sich in den letzten Jahren ein interreligiöser Dialog vor allem mit Muslimen. Mit Menschen nicht-religiöser Weltanschauung hat sich ebenfalls seit Ende der 90-er Jahre ein Dialog eröffnet, unter anderem mit Vertretern der KPÖ. Seither gibt es eine intensive Zusammenarbeit bei den Weltsozialforen.
In einem 5. Dialog, jenem auf kultureller und gesellschaftlicher Ebene, wird mit Fachkompetenz und beseelt vom Charisma der Einheit versucht, sich in die verschiedenen gesellschaftlichen Realitäten einzubringen. Von der ARGE Pädagogik der Fokolar-Bewegung werden europaweite Kongresse organisiert, in der Welt der Unternehmer stellte ein Wirtschaftstreibender seine Philosophie nach den Grundsätzen der Wirtschaft in Gemeinschaft vor, aber auch in Kunst, Politik, Medien und Sport.
Die Teens4unity berichteten von den jährlich stattfindenden Run4unity in Graz, Bregenz und Enzersdorf/Fischa, ihrem regelmäßigen Socialday im Dienst von Obdachlosen, alten und einsamen Menschen sowie Flüchtlingskindern, und von ihrem Einsatz, um zehn indonesischen Jugendlichen die Teilnahme am Genfest in Budapest zu ermöglichen. Alles mit dem Ziel, an einer weltweiten Geschwisterlichkeit mitzuarbeiten, vor Ort in Österreich.
Zu guter Letzt kamen Emmaus Maria Voce und Giancarlo Faletti für einen kurzen Gruß auf die Bühne. Sie entsprachen dadurch dem Wunsch vieler, sie persönlich besser kennen lernen zu können.
Der Abend klang mit einem bunten Programm aus künstlerischen Beiträgen, Eindrücken und Bildern aus den jeweiligen Jahrzehnten feierlich aus. Viele nahmen die Gelegenheit wahr, die Präsidentin und den Co-Präsidenten zu grüßen und in persönlichen Gesprächen kennenzulernen.
Der Sonntag 20. Mai war der Familie des Werkes in Österreich gewidmet. Nach einem schwungvollen Gottesdienst entspann sich ein Dialog mit Emmaus und Giancarlo über Fragen aus Kirche und Gesellschaft, die den Mitgliedern der Bewegung unter den Nägeln brennen. Die Antworten der beiden Gäste aus Rom waren voller Licht und Ermutigung. Es ging dabei vor allem um die Aufgabe, in der heutigen Zeit ein christliches Zeugnis durch Wort und Tat abzulegen.
Nach einem langanhaltenden Applaus brachte Emmaus einen Wunsch zum Ausdruck: „Die Idee, dass wir nicht eine Organisation sind, sondern lebendige Gemeinschaft, hat mich in d
iesen Jahren immer begleitet und mich verstehen lassen, was die Freiheit der Kinder Gottes bedeutet. Vielleicht ist es etwas gewagt, aber ich möchte euch eine Ermutigung zur Freiheit weitergeben, das heißt: befreit euch auch vom Effizienzdenken, alles gut machen zu müssen, von der Erinnerung an Dinge, die nicht so gelaufen sind, wie ihr es gewünscht habt, von der Geschichte. Macht euch frei, damit ihr Gott JA sagen könnt im Wissen, dass er eure Mitarbeit erwartet, um aus diesem eurem „Ideal“ Österreich ein Beispiel von echter, tiefer Freiheit zu geben; Freiheit, die auch die eigenen Grenzen anerkennt, im Bewusstsein, dass wir im Anerkennen der eigenen Grenzen etwas Gutes zustande bringen können (das ist viel schwieriger!), im Glauben dass Gott in den Grenzen und über sie hinaus wirksam ist. Er ist wirksam, wenn wir ihm unser JA geben. Er bringt das Feuer von dem das Lebenswort spricht, das wir in diesem Monat leben, der zwar schon bald zu Ende ist. Wir haben aber noch einige Tage um das Feuer lebendig zu erhalten. Das ist mein Wunsch: seid frei, dieses Feuer zu entfachen!“
(Eva-Maria Kircher-Pree)
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