Friday 24. May 2013

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Inhalt:

Juni 2012

unknownMüht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. (Joh. 6,27)


Jesus hatte am See von Tiberias durch die Brotvermehrung den Hunger der vielen Menschen gestillt. Als sie ihn aber zum König machen wollten, entzog er sich ihnen und fuhr an das andere Ufer in die Gegend von Kafarnaum. Viele machten sich auf die Suche nach ihm und fanden ihn schließlich. Jesus aber wies ihre Begeisterung zurück, weil er ihre Absicht durchschaute. Sie hatten von dem wunderbaren Brot gegessen, aber nur dessen materiellen Wert erkannt. Den tieferen Sinn dieses Brotes hatten sie nicht verstanden: dass sich Jesus durch dieses Zeichen als der Gesandte des Vaters zeigt, der uns das wahre Leben bringt. Sie sahen in ihm nur den Wundertäter, den irdischen Messias, der die Fähigkeit hat, sie reichlich und billig mit Nahrung zu versorgen. In diesem Zusammenhang sagte Jesus:

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird."

Die „Speise, die nicht verdirbt", ist Jesus selbst, aber auch seine Lehre, die nicht von seiner Person zu trennen ist. Andere Worte Jesu weisen darauf hin, dass dieses „Brot, das nicht verdirbt", auch der eucharistische Leib Christi ist. Die „Speise, die nicht verdirbt", ist Jesus Christus selbst, der sich uns in seinem Wort und in der Eucharistie schenkt.

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird."

Häufig werden in der Bibel Brot und Wasser als Bilder gebraucht für das, was der Mensch unbedingt zum Leben benötigt. Wenn Jesus das Bild des Brotes auf sich bezieht, will er damit sagen, dass seine Person und seine Lehre für das geistige Leben des Menschen unverzichtbar sind, so wie es das Brot für den Leib ist.
Dass wir ganz normales Brot zum Leben brauchen, steht außer Frage. Jesus wirkt ja auch ein Wunder, um die Menge zu speisen. Aber das Brot allein reicht nicht aus. Der Mensch hat - vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein - Hunger nach Wahrheit, Gerechtigkeit, Güte, Liebe, Reinheit, Licht, Frieden, Freude, nach dem Unendlichen, dem Ewigen. Diesen Hunger kann niemand auf der Welt stillen. Jesus bietet sich selbst an als der Einzige, der diesen geistigen Hunger des Menschen stillen kann.

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.”

Wenn sich Jesus als „das Brot des Lebens" bezeichnet, will er damit nicht nur sagen, dass es notwendig ist, sich von ihm zu nähren, was bedeutet, an sein Wort zu glauben, um das ewige Leben zu haben. Er will uns dazu bringen, ihn selbst zu erfahren. Mit dem Wort „Müht euch ab für die Speise, die nicht verdirbt", richtet er eine nachdrückliche Einladung an uns. Um diese Speise zu bekommen, muss man sich anstrengen, sich mit ganzer Aufmerksamkeit darum bemühen. Jesus drängt sich nicht auf, sondern möchte entdeckt und erfahren werden.

Aus eigener Kraft sind wir nicht dazu fähig, Jesus wirklich zu erkennen. Das ist ein Geschenk Gottes. Doch Jesus lädt uns immer wieder ein, uns für dieses Geschenk, das er selber ist, zu öffnen. Das geschieht im Bemühen, das Wort Gottes in die Tat umzusetzen. So gelangen wir zum vollen Glauben an ihn und finden Geschmack an seinem Wort, wie wir Geschmack finden an frischem, duftendem Brot.

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird."

Das Wort von diesem Monat bezieht sich nicht auf einen einzelnen Punkt der Lehre Jesu (zum Beispiel das Verzeihen, die Armut ...), sondern bringt uns zur Wurzel des christlichen Lebens: unserer persönlichen Beziehung zu Jesus.

Wer begonnen hat, mit Ernsthaftigkeit das Wort Gottes zu leben, vor allem das Gebot der Nächstenliebe, in dem alle Worte des Evangeliums zusammengefasst sind, der wird zumindest ein wenig erfahren haben, dass Jesus das „Brot" seines Lebens ist, dass er die Wünsche seines Herzens erfüllen kann, dass er die Quelle seiner Freude und seines Lichts ist. Wer das Wort Gottes ins Leben umsetzt, kann erfahren, dass es die wahre Antwort auf die Probleme der Menschen und der Welt ist.

Weil sich Jesus in der Eucharistie in einer besonderen Weise zum „Brot des Lebens" macht, sollten wir dieser Form der Begegnung mit ihm einen besonderen Platz in unserem Leben einräumen.

Wenn jene, die Jesus als „Brot des Lebens" erfahren haben, diese Entdeckung nicht für sich behielten, dann könnten viele Menschen Jesus als den erkennen, den ihr Herz schon immer gesucht hat. Sie würden schon hier auf Erden das „wahre Leben" finden und einst das Leben haben, das nicht vergeht. Und was gibt es Größeres?

Chiara Lubich

Erstmals veröffentlicht in: Neue Stadt August1985

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Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken (Lukas 6,38)

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