Thursday 23. May 2013

unknown

unknown

unknown

unknown

Inhalt:

Juli 2012

unknownWer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. (Mt. 13,12)

Mit diesen Worten antwortet Jesus seinen Jüngern auf deren Frage, warum er in Gleichnissen rede. Er erklärt, dass es nicht allen gegeben ist, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen. Dazu ist eine bestimmte Grundhaltung notwendig: sein Wort hören und danach leben.

Unter seinen Zuhörern gibt es offensichtlich einige, die ganz bewusst Augen und Ohren verschließen und deshalb „sehen und doch nicht sehen, ... hören und doch nicht hören und nichts verstehen" (vgl. Mt. 13,13). Es handelt sich um Menschen, die die Worte Jesu zwar hören und seine Taten sehen, ihnen aber nicht glauben, weil sie meinen, die ganze Wahrheit bereits zu kennen. Dies läuft darauf hinaus, dass sie schließlich auch das wenige verlieren, was sie haben.

 

„Wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat."

 

Was bedeutet nun dieser Satz Jesu? Er lädt uns ein, unser Herz dem Wort Gottes zu öffnen. Denn Jesus ist gekommen, um es uns zu verkünden, und am Ende unseres Lebens wird er uns fragen, wie wir ihm entsprochen haben.
Die Evangelien zeigen, wie sehr die Verkündigung des Wortes Gottes das eigentliche Anliegen Jesu ist. Er begibt sich von Ort zu Ort, um auf den Straßen, Plätzen und in der freien Natur, in den Häusern und Synagogen die Botschaft des Heils zu verkünden. Jesus wendet sich dabei an alle, besonders jedoch an die Armen, die einfachen Leute, die Außenseiter. Er vergleicht sein Wort mit dem Licht, dem Salz und dem Sauerteig, mit einem Netz, das im Meer ausgeworfen, mit einem Saatkorn, das auf dem Acker ausgestreut wird. Und Jesus setzt sein Leben daran, dass sich das Feuer, das in seinen Worten steckt, ausbreitet.

 

„Wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat."

 

Jesus geht davon aus, dass das Wort, das er verkündet hat, die Welt umgestaltet. Dementsprechend ist es für ihn unvorstellbar, dass man sich dieser Verkündigung gegenüber neutral, unentschlossen oder gleichgültig verhalten kann. Ein so großes Geschenk kann und darf bei denen, die es annehmen, nicht folgenlos bleiben.
Um diesen Anspruch zu unterstreichen, hebt Jesus hier eine Regel hervor, die jeglichem geistlichen Leben zu Grunde liegt: Wenn jemand das Wort Jesu in die Tat umsetzt, führt Jesus selbst ihn immer tiefer in die unvergleichlichen Reichtümer und Freuden seines Reiches ein. Wenn hingegen jemand sein Wort vernachlässigt, nimmt Jesus es ihm ganz weg und vertraut es Menschen an, die es fruchtbar werden lassen.

 

„Wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat."

 

Dieses Wort des Lebens warnt uns also vor einer groben Unterlassung: das Evangelium bloß zum Studienobjekt zu machen, seine schönen Aussagen zu bewundern oder darüber zu diskutieren, ohne es jedoch ins Leben umzusetzen.
Jesus erwartet von uns, dass wir sein Wort aufnehmen und in uns Gestalt werden lassen, es zur Triebkraft für all unser Tun machen. Durch das Zeugnis unseres Lebens kann das Wort Jesu dann Licht, Salz und Sauerteig werden und unsere Gesellschaft nach und nach umgestalten.
Wählen wir deshalb in diesem Monat unter den vielen Worten des Evangeliums eines aus und setzen es in die Tat um. Auf diese Weise wird unsere Freude beständig zunehmen.

 

Chiara Lubich

 

Erstmals veröffentlich in: Neue Stadt, Juli 1996

 

Als DRUCKVERSION

 

Das WdL für KINDER/JUGENDLICHE


unknown

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken (Lukas 6,38)

unknown

unknown

unknown

unknown

Fokolar-Bewegung Österreich, Meyrinkgasse 7, 1230 Wien
http://www.fokolare.at/